Aktuelle Meldungen 2010
Januar 2010
Wie grün ist Discount-Ökostrom?
Klima-Lügendetektor, 12. Januar 2010: Wie grün sind Flexstrom, Vattenfall & Co.?
Na, auch mit guten Vorsätzen ins Neue Jahr gestartet? Etwa mit dem, endlich zu Ökostrom zu wechseln? Prima! Blöderweise gibt es inzwischen eine schier unüberschaubare Vielfalt von Anbietern. Verbraucherportale wie Verivox haben darauf mit Vergleichsrechnern ausschließlich für Ökostrom reagiert. An erster Stelle rangieren dort weithin unbekannte Anbieter – aber nicht wegen besonders grüner Elektrizität, sondern wegen niedriger Preise. Zum „Discountpreis“ treten etwa Stromio, Envacom, Flexstrom an.
Die Informationen zur Herkunft des Stroms sind wenig erhellend. Oft handelt es sich um Strom mit sogenannten RECS-Zertifikaten. Diese allein sagen nichts über die Qualität des Ökostroms. Häufig stammt er aus uralten Wasserkraftanlagen irgendwo in Europa, er wird nun lediglich aus dem üblichen Energiemix ausgegliedert und – meist mit Aufschlag – an öko-bewusste Kunden verkauft. Umweltschützer kritisieren das RECS-System, denn man kann dreckigen Kohlestrom damit grün etikettieren, und bisweilen scheint RECS vor allem den Gewinnen der Stromanbieter zu nützen. Experten bewerten die Güte von Ökostrom danach, ob es einen „zusätzlichen Umweltnutzen“ gibt – ob also der Wechsel von Kunden dazu führt, dass wirklich neue Anlagen gebaut werden.
Bei Ökostrom rät deshalb ein Bündnis von 21 Umweltverbänden wirklich öko-bewussten Verbrauchern, nicht nur auf Preis und Herkunft zu gucken, sondern auch auf den Lieferanten.
Dezember 2009
Robin Wood: Recherchebericht Ökostrom
Echter Ökostrom kommt von Unternehmen, die nicht zu einem Atomkonzern gehören. Damit das Geld nicht über Umwege doch bei einem Konzern landet, muss außerdem der Strom von dem Ökostromanbieter dort eingekauft werden, wo die Konzerne nicht mitverdienen. Dies ist nicht immer einfach, denn die Großkonzerne produzieren fast 80% des Stroms in Deutschland. Die vier echten Ökostromanbieter, die wir empfehlen, geben sich viel Mühe beim Stromeinkauf. Unser Trägerverband "Robin Wood" prüft dies jedes Jahr und hat jetzt einen neuen Recherchebricht vorgelegt: Ökostrom-Wechsel. Der Recherchebericht (PDF), November 2009.
Hier finden Sie weitere Informationen über die Ökostromkraftwerke der einzelnen Anbieter:
Elektrizitätswerke Schönau: Stromherkunft 2009
Greenpeace Energy: Wo unser Strom erzeugt wird
Lichtblick: Kraftwerke für LichtBlick-Strom
Naturstrom: Geförderte Anlagen
November 2009
Klaus Töpfer freut sich über Ökostrom
23. November 2009 - Der CDU-Politiker und frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer hat die neue Regierung aufgefordert, einen zeitlichen Endpunkt für die Nutzung der Atomenergie zu nennen. Zugleich müsse die Wirtschaft nahezu kohlenstofffrei werden. Der frühere Chef der UN-Umweltbehörde setzt auch auf die Macht der Verbraucher: "Ich sehe mit großer Freude, dass immer mehr Menschen in Deutschland ihre Stromverträge ändern und klimafreundlichen Strom kaufen", sagte Töpfer. Von Jürgen Polzin, WAZ
Sicherheitsmängel beim Europäischer Druckwasserreaktor
4. November 2009 - Der Europäische Druckwasserreaktor (EPR) wird als neuer, "noch sicherer" Reaktor der dritten Generation beworben. Der französische Atomkonzern Areva will mit dem EPR eine weltweite "Renaissance der Atomkraft" einläuten. Doch in einer gemeinsamen Erklärung hatten am Montag die Atomaufsichtsbehörden Großbritanniens, Frankreichs und Finnlands gravierende Sicherheitsdefizite öffentlich gemacht und von Areva ein Neudesign der fraglichen Konstruktionselemente gefordert. Mit der jetzigen Konstruktion könne eine "zufriedenstellende Sicherheit" nicht mit Gewissheit gewährleistet. Bereits 2003 hatte die Ärzteorganisation IPPNW Von Reinhard Wolff, taz
Bereits 2003 hatte die Ärzteorganisatin IPPNW auf diese und andere Sicherheitsmängel des EPR hingewiesen ("Sicherheitstechnische Defizite des Europäischen Druckwasser-Reaktors (EPR)").
Oktober 2009
Belene gestoppt! RWE zieht sich aus bulgarischem AKW-Projekt zurück
28. Oktober 2009 - Nachdem sich rund 30.000 Bürger und Bürgerinnen mit Briefen, Petitionen und Protesten an RWE gewandt haben, hat der RWE-Vorstand gegenüber der staatlichen bulgarischen Energiegesellschaft NEK seinen Rückzug aus dem umstrittenen Atomkraftwerk Belene bekannt gegeben. Nach Aussagen des Konzerns waren wirtschaftliche Gründe und die mangelnden Fortschritte seitens der bulgarischen Partner ausschlaggebend für diese Entscheidung. "Belene war noch nie ein wirtschaftliches Projekt. Es ist erstaunlich, wie lange RWE gebraucht hat, das zu realisieren", sagte Heffa Schücking, Sprecherin der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald. Aus Kreisen der Projektgesellschaft gilt es als "beinahe unmöglich", einen neuen Investor zu finden.
Pressemitteilung von urgewald: Endlich: RWE bestätigt Rückzug aus Belene!
Markus Balser, Süddeutsche Zeitung: Umstrittener Atommeiler. Aus für Belene
Jürgen Flauger, Handelsblatt: RWE beendet das Abenteuer Belene
Jetzt bei RWE (eprimo, enviaM) kündigen und zu Ökostrom wechseln!
Techniker berichtet über Chaos in Biblis
20. Oktober 2009 - Montagepannen, Organisationsfehler, falsche Pläne: Im Atomkraftwerk Biblis sollen laut einem Ex-Mitarbeiter zeitweise chaotische Zustände geherrscht haben. Die Betreiberfirma RWE Power bestreitet das - doch ein Gutachten stützt einige Vorwürfe des Technikers. Von Holger Dambeck, Spiegel Online
Die Mär von der Renaissance
14. Oktober 2009 - Alles ist vorbereitet für das große Comeback der Atomkraft - doch sie wird erst einmal nicht stattfinden. Weltweit stehen Atomprojekte still, nur ein Bruchteil wird realisiert werden. Wo gebaut wird, gibt es Probleme und seit 2002 ist die Zahl der Reaktoren sogar rückläufig.
Bericht von Michael Bauchmüller, Süddeutsche Zeitung
Prognos Studie "Renaissance der Kernenergie?"
Wie Bürger den Turbokapitalismus bändigen
13. Oktober 2009 - Bankencrash, Klimakrise, Ausbeutung der Dritten Welt - bei den Bürgern wächst das Misstrauen gegen die Profitwirtschaft. Immer häufiger setzen sie ihr Kapital politisch ein, ethische Investments gewinnen an Bedeutung. Noch ist die neue Zivilökonomie klein, aber die Moralisierung der Märkte nimmt zu. Die Idee vom Ökostromanbieter Lichtblick: Viele kleine Kraftwerke in vielen Wohnhäusern werden über die Datennetze zusammengekoppelt und machen damit große Atom- und Kohlekraftwerke überflüssig. Denn die Haus- und Wohnungsbesitzer, die erst in Hamburg und später in ganz Deutschland die Mini-Kraftwerke von Lichtblick in ihre Keller bauen, machen sich unabhängig von den Stromkonzernen - und entziehen den großen Unternehmen damit einen Teil ihrer Macht. Während diese in erster Linie möglichst hohen Gewinn erwirtschaften, und nur in zweiter Linie vernünftige Produkte verkaufen wollen, handeln die Energie-Autonomen anders. Weitere Beispiele für gemeinschaftliches Wirtschaften sind der Browser Firefox, das Betriebssystem Linux und die GLS Bank. Von Hannes Koch, Spiegel Online
September 2009
Opposition an der Steckdose
30. September 2009 - Nach dem Wahlsieg der atomfreundlichen Parteien CDU, CSU und FDP bei der Bundestagswahl droht ein längerer Betrieb der 17 Atomkraftwerke. Doch atomkritische Wählerinnen und Nichtwähler sollten ihre Hoffnungen auf den Atomausstieg nicht kampflos aufgeben. Deshalb rufen Umweltverbände im Rahmen der Kampagne „Atomausstieg selber machen“ zur „Opposition an der Steckdose“ auf. Schwarz-Gelb hat die Wahl nicht wegen sondern trotz ihrer Atompolitik gewonnen. Pressemitteilung
Unions-Minister betreiben Atomforschung
18. September 2009 - Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem auch die Erforschung neuer Atomreaktoren gefordert wird. Doch das Ministerium hält das Gutachten seit Monaten zurück und will die unangenehmen Forderungen erst nach der Wahl präsentieren, berichtet Joachim Müller-Soares, Financial Times Deutschland. Inzwischen hat die Akademie der Wissenschaft selber ihr Energieforschungskonzept öffentlich gemacht.
Noch weiter geht Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Obwohl der Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland verboten ist, lässt sein Ministerium die "Sicherheit" von neuesten Reaktortypen prüfen. Financial Times Deutschland
ZEIT-Lügendetektor: Ist Kernenergie unverzichtbar?
17. September 2009 - Ohne Atomstrom geht es nicht, behauptet die Union. Dabei sinkt die Bedeutung der Kernkraft seit Jahren - in Deutschland und weltweit. Marlies Uken, Die Zeit
Immer weniger Platz für Kohle- und Atomstrom
15. September 2009 - Der Bedarf an großen Atom- und Kohlekraftwerken, die im Dauerbetrieb Strom produzieren, schrumpft im Jahr 2020 auf etwa die Hälfte. Der übrige Teil des dauerhaften Strombedarfs, der so genannten Grundlast, wird dann durch erneuerbare Energien und Pumpspeicher gedeckt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Auftrag des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).
LichtBlick: 100.000 ZuhauseKraftwerke für die Energiewende
9. September 2009 - Der Ökostromanbieter LichtBlick will gemeinsam mit Volkswagen 100.000 hocheffiziente Mini-Blockheizkraftwerke in ganz Deutschland installieren. Die Blockheizkraftwerke produzieren Strom für das allgemeine Netz und gleichzeitig warmes Wasser für die Bewohner der Häuser. Die ZuhauseKraftwerke haben einen Wirkungsgrad von 92 Prozent und setzen damit den fossilen Brennstoff Erdgas optimal in Energie um. Die dezentralen Kraftwerke werden zentral nach Bedarf gesteuert und können sehr flexibel auf das schwankende Energieangebot von Windkraftanlagen reagieren. Die ZuhauseKraftwerke haben insgesamt eine Leistung von 2.000 Megawatt, dies entspricht zwei Atomkraftwerken. www.lichtblick.de/ZuhauseKraftwerk
Kommentar von Bernward Janzing, taz: "Lichtblick zeigt, warum ökologisch orientierte Kunden unbedingt den Stromversorger wechseln sollten: um die Strukturen der etablierten Energiewirtschaft aufzubrechen. Das entscheidende Argument für den Stromwechsel liegt darin, dass Stromgeld umgeleitet wird - weg von den Anbietern, die den Machtstrukturen der Atomlobby verhaftet sind, hin zu jenen, die eine Energiewende wollen. Lichtblick zeigt mit dem neuen Projekt, dass es die Energiewende ernst meint."
Gorleben: Kohls Minister schönten Gutachten
9. September 2009 - Neue Dokumente belegen, dass die Regierung von Helmut Kohl im Jahr 1983 massiv Einfluss auf die Wissenschaftler ausübte, die eine Eignung des Standorts Gorleben für ein atomares Endlager prüfen sollten. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung waren der damalige Innenminister Heinz Riesenhuber (CDU) und Forschungsminister Friedrich Zimmermann (CSU) nicht an Forschungsergebnissen interessiert, sondern haben klare politische Vorgaben gemacht. Von Michael Bauchmüller und Wolfgang Roth, Süddeutsche Zeitung
AKW-Laufzeitverlängerungen nützen nur den Aktionären
8. September 2009 - Lediglich vier Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland glauben, dass längere Laufzeiten der Atomkraftwerke zu sinkenden Strompreisen führen. Ebenso wenige nehmen es den Energiekonzernen ab, dass es ihnen um den Klimaschutz geht. Und nicht einmal jeder Fünfte glaubt, den AKW-Betreibern gehe es dabei um mehr Sicherheit bei der Stromversorgung (18 Prozent). Umfrage des BUND
Berlin: 50.000 protestieren gegen Atomkraft
5. September 2009 - Es war die größte Anti-Atom-Demo seit den 80er Jahren. 50.000 Menschen aus ganz Deutschland sind nach Berlin gekommen, um für den Atomausstieg zu demonstrieren. Ein Treck von Bauern aus dem Wendland war eine ganze Woche unterwegs und hat an den ie Atomstandorten Asse, Schacht Konrad und Morsleben Station gemacht. In der Tagesschau war die Demo die erste Meldung und auch im Ausland berichteten Zeitungen und Fernsehsender über unsere Forderungen. Sogar der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua war der Protest in Berlin eine ausführliche Meldung wert.
August 2009
Die Anti-Atomkraft-Bewegung ist wieder da
30. August 2009 - So optimistisch waren die Protestler der Anti-Atomkraftbewegung schon lange nicht mehr. Doch nun haben sie Dank der Ereignisse in Asse und Gorleben wieder reichlich Zulauf. Neue Protestaktionen starten. Als erstes geht es mit Treckern von Gorleben zu einer Großdemo in Berlin. Von Robin Alexander, Die Welt
Atom-Renaissance abgesagt
27. August 2009 - Trotz weltweiter Ankündigungen und Pläne für den Bau neuer Atomkraftwerke steuert die Kernenergie auf einen Abwärtstrend zu. Die viel beschworene Renaissance der Atomenergie dürfte vor allem an einem "besorgniserregenden Defizit" an Fachpersonal, an "ernsten Engpässen bei den Industriekapazitäten" und einer sich abzeichnenden "Kosteneskalation" scheitern: Zu diesem Ergebnis kommt eine bisher unveröffentlichte Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums. Von Vera Gaserow, Frankfurter Rundschau
Kohl-Regierung hat Gorleben-Untersuchung manipuliert
25. August 2009 - Die Regierung von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hat den Salzstock Gorleben in den 80er Jahren gegen große fachliche Bedenken als Endlagerstandort durchgedrückt. Das belegen interne Dokumente der zuständigen Fachbehörde, die jetzt veröffentlicht wurden. Die Experten mussten ihre Bewertung offenbar auf Druck des Bundeskabinetts umschreiben. Von Joachim Wille, Frankfurter Rundschau
RWE und E.ON mit Milliardengewinn
13. August 2009 - Im ersten Halbjahr 2009 haben die Energiekonzerne RWE und E.ON kräftige Gewinne gemacht. Von Wirtschaftskrise keine Spur: RWE konnte 4,1 Mrd. Euro Überschuss einfahren, E.ON sogar 5,7 Mrd. Euro. Die Gewinne der Energieriesen gehen zu Lasten privater Haushalte und anderer Branchen. Der Strom von E.ON und RWE ist vielfach teurer als Strom von den unabhängigen Ökostromanbietern (Stromwechsel). Die Satiresendung extra3 (NDR) hat einen Video über die Energieriesen gedreht, die den Verbrauchern das Geld aus der Tasche ziehen:
Die Pannen-Reaktoren
7. August 2009 - Die Diagnose: Kurzschlüsse, Maschinenprobleme oder Altersschwäche. Die Folge: mehrere deutsche Kernkraftwerke sind derzeit abgeschaltet, die Atomdebatte in der Republik ist neu entfacht. Der Länderreport vom Deutschlandradio berichtet von den Atomkraftwerken Krümmel, Philippsburg, Biblis und Lubmin
Den kompletten Bericht kann man auch als MP3-Datei anhören und herunterladen
Flaute statt Renaissance
7. August 2009 - Seit am 7.8.2007 Rumänien das Atomkraftwerk Cernavoda 2 ans Stromnetz angeschlossen hat, wurde weltweit kein neues AKW mehr in Betrieb genommen. Eine seit Ende der 1960er Jahre nicht erlebte Flaute. Mit den jetzt in Bau befindlichen AKW werden nicht einmal die altershalber ausfallenden Kernkraftwerke ersetzt. contrAtom
Bau von AKW Belene voraussichtlich gestoppt
7. August 2009 - Bei RWE platzen die Atomträume: der Bau des Atomkraftwerk Belene steht nach dem Regierungswechsel in Bulgarien vor dem Aus. RWE hat gegen alle Kritik von Umweltverbänden und Investoren hartnäckig an einer Beteiligung am Bau von Belene festgehalten. Michael Gassmann, Financial Times Deutschland
Juli 2009
Gabriel: Vattenfall kündigen
18. Juli 2009 - "Der Verbraucher ist der Souverän. Jeder kann Vattenfall verlassen, wenn er mit der Unternehmenspolitik nicht einverstanden ist", sagte Umweltminister Sigmar Gabriel dem Hamburger Abendblatt. Vattenfall habe "alle Chancen, diese Kunden mit einer anderen Politik zurückzugewinnen".
Die Realitäten der Atomenergie
16. Juli 2009 - Was spricht eigentlich für längere Laufzeiten der Atomkraftwerke oder sogar einen Neubau? Wenn alle ihre Argumente widerlegt sind, werfen Unterstützer der Kernenergie den Atomkraftgegnern gerne pauschal Realitätsverweigerung vor. Zuletzt hat diesen Vorwurf der Historiker Arnulf Baring erhoben. Mit guten Argumenten kontert der Jürgen Trittin diesen Vorwurf in der F.A.Z.
Atomindustrie kämpft mit Nachwuchs- und Finanzierungsproblemen
15. Juli 2009 - Anhänger der Kernenergie hoffen auf ihre große Wiederkehr und rechnen mit hunderten neuen Reaktoren weltweit. Doch das ist unwahrscheinlich: Es fehlen weltweit Personal und Kapazitäten. Auch die Finanzierung wird zunehmend schwierig. Florian Hassel, Die Welt
Wie Vattenfall die Atomkraft wieder salonfähig machen will
3. Juli 2009 - Lars Josefsson, Chef des Energiekonzerns Vattenfall, verfolgt eine raffinierte Taktik, um Atomkraft in Deutschland nach den Wahlen salonfähig zu machen. Er strickt fieberhaft an einem Deal zwischen Energieproduzenten und Politik – falls Angela Merkel, deren Einflüsterer er ist, Kanzlerin bleibt. Dann will er zusammen mit den anderen Energie-Konzernchefs die Laufzeiten der Kernkraftwerke deutlich verlängern – und somit Vattenfall die Geldquellen in Deutschland lange bewahren. Andreas Wildhagen, WirtschaftsWoche
Die Bundes-Störfall-Liga
1. Juli 2009 - Fast täglich passiert in einem der 17 Atomkraftwerke in Deutschland ein außerplanmäßiges, "meldepflichtige Ereignis". Greenpeace hat eine Liste mit 5.700 dieser Ereignisse (PDF) erstellt, die seit 1965 gemeldet wurden. In gewohnt sarkastischer Weise hat die Satiresendung extra3 aus dem NDR-Fernsehen daraus eine Bundes-Störfall-Liga-Tabelle erstellt. Diese zeigt deutlich, dass die ältesten Atomkraftwerke aus den 1970er Jahren sehr viel unsicherer sind, als die neueren Anlagen.
Krümmel wieder in Betrieb - abgeschaltet - in Betrieb ...
1. Juli 2009 - Am 28. Juni 2007 brannte es in dem Atomkraftwerk Krümmel, nahe Hamburg. Der Reaktor wurde abgeschaltet und zwei Jahre lang repariert. Beim Wiederanfahren im Juni 2009 hat es eine erneute Panne gegeben. Und nach wenigen Tagen Betrieb musste der Reaktor am 1. Juli 2009 erneut abgeschaltet werden, weil ein Generator ausgefallen ist. Ohne die genaue Ursache für den Ausfall zu kennen, wurde das Atomkraftwerk am Abend mit halber Leistung wieder angefahren.
Welt, 30.6.: Erneute Panne im Atomkraftwerk Krümmel
Greenpeace, 1.7.: Zwischenfall im AKW Krümmel
Ulf B. Christen, Hamburger Abendblatt: Nach 12 Tagen schon wieder vom Netz
Sozialministerium Schleswig-Holstein: Untersuchungen im Kernkraftwerk Krümmel
Juni 2009
50 Jahre Atomforum - kein Grund zu feiern
30. Juni 2009 - Am 30. Juni 2009 feiert das Deutsche Atomforum, der Lobbyverband der Atomindustrie, seinen 50. Geburtstag. Kein Grund zum feiern!
Campact, DUH: Atomkraft blockiert Erneuerbare!
Greenpeace: 50 Jahren Atomkraft: 5700 Pannen in Atomanlagen
IPPNW, DNR: 1,4 Millionen Anti-Atom-Faltblätter als Jubiläumsgeschenk
Robin Wood: Protest bei 50-Jahrfeier des Deutschen Atomforums
Atomkraft dämpft Strompreis nicht
24. Juni 2009 - Längere Laufzeiten für Atommeiler senken die Stromkosten nicht. In einer Studie aktuellen Studie haben Darmstädter Wissenschaftler untersucht, wie sich der Anteil von Kernkraftwerken am Strommix auf die Preise auswirkt. Das Ergebnis ist eindeutig. Klaus Stratmann, Handelsblatt
"Nicht alles passt in Deutschlands Zukunft"
10. Juni 2009 - Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) schaltet sich in die Wahlkampfdebatte um den Atomausstieg ein. "Laufzeitverlängerung für Atomkraft und zusätzliche Kohlekraftwerke gefährden den Ausbau Erneuerbarer Energien", heißt es auf einem Großplakat. Träge Grundlastkraftwerke würden die die Netze verstopfen und seien nicht flexibel genug, um das Angebot der Erneuerbaren bedarfsgerecht zu ergänzen. BEE-Präsident Dietma Schütz widerspricht damit den "Vertretern der alten Energiewirtschaft" aus Kohle und Atom. "Auf Dauer gibt es kein Nebeneinander von herkömmlichen Großkraftwerken und Erneuerbaren Energien. Wir stehen vor einer Richtungsentscheidung in der Energiepolitik", so Schütz bei der Präsentation des Motivs.
Atommüll "kostenminimal" in der Asse entsorgt
3. Juni 2009 - Die Betreiberin des maroden Endlagers Asse II, die Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF, heute Helmholtz-Zentrum), hat auf Druck der Energiekonzerne im Jahr 1975 ihre Sicherheitsstandards für die Einlagerung von Atommüll gesenkt. Einzig, damit mehr Atommüll untergebracht werden konnte und auf Kosten der Sicherheit.
Greenpeace: Asse-Skandal: Profit statt Sicherheit
Anselm Waldermann, Spiegel Online: Energiekonzerne drückten Sicherheitsstandards im Atommülllager
Mai 2009
Schwarzbau Gorleben?
28. Mai 2009 - Der Salzstock in Gorleben ist offenbar bereits seit Mitte der 80er Jahre illegal zu einem Atom-Endlager ausgebaut worden. Dies gehe aus einer internen Bewertung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) hervor, berichtet die Frankfurter Rundschau. Bisher gibt es für Gorleben nur Genehmigungen zur untertägigen "Erkundung", nicht für den Ausbau als Endlager. Die bisherigen Kosten von 1,5 Milliarden Euro lägen deutlich über dem Bedarf für reine Erkundungsarbeiten.
Joachim Wille, Frankfurter Rundschau: Atom-Endlager: Schwarzbau Gorleben?
BI Lüchow-Dannenberg: Schwarzbau Gorleben besetzt
.ausgestrahlt: Atomkraftgegner beginnen mit Rückbau des Schwarzbaus
contAtom: 1000 Demonstranten überwinden Zäune (mit Fotos)
"Hamburg Energie" will ab Herbst Ökostrom anbieten
15. Mai 2009 - Hamburg hat wieder einen eigenen städtischen Energieversorger: Das neu gegründete Unternehmen Hamburg Energie soll vom Herbst an ausschließlich klimafreundlich produzierten Strom verkaufen. Hamburg Energie wird vorerst nur als Stromhändler auftreten, die Energie folglich nicht selber produzieren, sondern sie von Dritten einkaufen. Hierbei soll es sich ausschließlich um Ökostrom handeln, also Strom aus erneuerbaren Energie-Quellen wie Wasser und Wind - und nicht aus Atom- oder Kohlekraftwerken. Später will das Unternehmen den Angaben zufolge auch selbst Strom herstellen: Eigene umweltfreundliche Erzeugungsanlagen würden zügig in der Stadt und der Region aufgebaut.
Website von Hamburg Energie
NDR: Hamburg Energie will ab Herbst Strom anbieten
Lichtblick: LichtBlick fordert fairen Wettbewerb und begrüßt Übernahme der Netze
BUND Hamburg: Hamburg Energie muss Premiumanbieter werden
Berlin bekommt Ökostrom zweiter Wahl
12. Mai 2009 - Experten bezweifeln einen Klimaschutzeffekt durch Berlins neuen Energievertrag mit Vattenfall. Der Strom kommt nicht aus Neuanlagen, sondern aus alten Wasserkraftwerken und werde durch sogenannte RECS-Zertifikate "grün gefärbt". Dadurch wird kein zusätzliches Kohlendioxid eingespart. Stefan Jacobs, Tagesspiegel
Erneuerbare Energien vs. Atomkraft
11. Mai 2009 - Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) weist die Anbiederung der Atomindustrie entschieden zurück. Das Wachstum der Erneuerbaren kann den Atomausstieg ohne Probleme kompensieren. Gleichzeitig werde der Verbrauch von Erdgas und Kohle zur Stromerzeugung deutlich reduziert. "Es kann also weder von einer drohenden Stromlücke die Rede sein, noch von einem problemlosen Nebeneinander der verschiedenen Kraftwerksarten", entgegnet BEE-Präsident Dietmar Schütz auf die in den Medien vorab veröffentlichte Offensive von Walter Hohlefelder, Präsident des Deutschen Atomforums. Längere Laufzeiten für Atomkraft behindern nach Ansicht des BEE ebenso wie zusätzliche Kohlemeiler den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Denn unflexible Großkraftwerke erfüllen die Anforderungen einer immer stärker auf Erneuerbaren Energien basierenden Stromversorgung nicht. Vielmehr würden sie mit ihrer auf Dauerbetrieb ausgelegten Technik die Stromnetze dauerhaft verstopfen und somit den Vorrang der Erneuerbaren Energien bedrohen. Schütz: "Wir brauchen keine falschen Freunde, die uns mit vergifteten Geschenken lähmen wollen." Das Wachstum der Erneuerbaren Energien werde immer mehr Großkraftwerke ersetzen.
BEE: Erneuerbare können Atomkraft ohne jede Lücke ersetzen
Bundesverband WindEnergie: Wind und Atom passen nicht zusammen
Michael Bauchmüller, Süddeutsche Zeitung: Ein strahlendes Angebot
Nadine Michel, taz: Ersticken durch umarmen
Hendrik Lasch, Neues Deutschland: Atomlobby blitzt mit Einladung ab
EnBW blockiert Block-Heizkraftwerke
11. Mai 2009 - Der Atomkonzern EnBW blockiert mit juristischen Spitzfindigkeiten den Ausbau effektiver Blockheizkraftwerke. Dahinter steckt die Frage, wer künftig die Macht auf dem deutschen Strommarkt hat. Von Ingo Arzt, taz.de
E.ON und RWE: Preis-Manipulation an der Strombörse?
8. Mai 2009 - Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen E.ON und RWE. Es besteht ein Verdacht, dass die beiden größten Stromkonzerne in Deutschland die Preise an der Strombörse manipuliert haben. Mit falschen Angaben über die gehandelte Strommenge und zurückgehaltenem Strom hätten E.ON und RWE einen Schaden von 12,6 Milliarden Dollar zu Lasten der Verbraucher angerichtet. Verivox
April 2009
Windpark soll neuem Atomkraftwerk weichen
28. April 2009 - In Großbritannien versuchen die Energiekonzerne mit aller Kraft die Atomkraft auszubauen und ihre Macht zu sichern. Während E.ON und der französische Konzern EdF (EnBW) versuchen den Ausbau der Windenergie zu verhindern geht RWE noch einen Schritt weiter. Der Konzern will in Kirksanton im Nordwesten Englands einen existierenden, hocheffizienten Windpark abreißen, um an der gleichen Stelle ein Atomkraftwerk errichten zu können. Terry Macalister, The Guardian: Anger at plans for nuclear power station to replace wind farm
Streit bei RWE und Finanzierungsprobleme bei Belene
20. April 2009 - Der Bau des umstrittenen RWE-Kernkraftwerks Belene in Bulgarien steht auf der Kippe. Vor allem die Finanzierung bereitet nach Informationen der WELT große Probleme. So werden der bulgarischen Regierung Schwierigkeiten nachgesagt, einen Kredit aufzutreiben, um den Eigenanteil von 51 Prozent zu finanzieren. RWE hat sich bislang bereit erklärt, einen Anteil von 49 Prozent zu übernehmen. Das Kernkraftwerk Belene wird mitten in ein Erdbebengebiet gebaut. Die Europäische Union hatte massive Sicherheitsbedenken gegen den Standort geäußert und vor der Aufnahme Bulgariens in die EU verlangt, einen Vorgängermeiler am gleichen Ort stillzulegen. Mehrere Banken haben sich in der Vergangenheit wegen Sicherheitsbedenken aus der Finanzierung zurückgezogen. Bei RWE selbst ist das Vorhaben weiter umstritten. Während Konzernchef Großmann den Meiler in Bulgarien bauen lassen will, hat sich im Aufsichtsrat Widerstand formiert. David Schraven, Die Welt
Stromkonzerne setzen weiter auf Atom- und Kohlestrom
16. April 2009 - Die Energieversorger RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW beherrschen 80 der deutschen Stromproduktion. Sie betreiben alle Atomkraftwerke und die meisten Kohlekraftwerke. Trotz grüner Werbeversprechen wie der Slogan "VoRWEgehen" von RWE oder die "Klimaunterschrift" von Vattenfall stammen nur 0,1 bis 1,7 Prozent ihres Stroms aus neuen Ökostromanlagen, wie eine Studie im Auftrag von Greenpeace zeigt.
Bild: Anteil der erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) im deutschen Strommix und bei den Energiekonzernen
Studie: Investitionen der vier großen Energiekonzerne in Erneuerbare Energien
Undurchsichtige Tarife täuschen die Kunden
13. April 2009 - Unter der Bezeichnung Ökostrom werden zahlreiche Produkte angeboten, die dieses Prädikat nicht verdienen. Wie eine Greenpeace-Studie zeigt, beruhen viele Ökostrom-Geschäftsmodelle nur auf einem Handel mit sogenannten RECS-Ökostrom-Zertifikaten. Dabei kauft ein Stromunternehmen zum Beispiel in Skandinavien billige Zertifikate für Strom aus Wasserkraft, nicht jedoch den Strom selbst. Greenpeace kritisierte unter anderem den "Pro Klima"-Tarif von RWE. Damit Verbraucher nicht auf Mogelpackungen hereinfallen, sollten sie darauf achten, dass der Anbieter detailliert über die Herkunft des Ökostroms Auskunft gibt wie auch darüber, ob und wieviel er selbst in erneuerbare Energien investiert. Die Studie fordert die Einführung eines einheitlichen Labels für Öko-Strom.
Wir Klimaretter: Etikettenschwindel bei Ökostrom
Mona Grosche, Neues Deutschland: Mogelpackung Ökostrom
Solarportal24: "Öko-Strom" ist nicht gleich Öko-Strom
RWE droht Kritikern
3. April 2009 - Die von RWE beauftragte Werbeagentur Jung von Matt droht urgewald mit einer Strafanzeige und Schadenersatzforderungen, wenn sie weiterhin eine Persiflage der RWE-Werbung verwenden (siehe Bild). urgewald und andere Organisationen protestieren seit Monaten gegen die Pläne von RWE in Belene (Bulgarien) ein neues Atomkraftwerk zu bauen. Anfang März gab es eine bundesweite Protestwoche.
urgewald: Werbeagentur von RWE versucht Kritiker einzuschüchtern
.ausgestrahlt: Drohungen gegen Anti-AKW-Kampagne
Raniah Salloum, taz: Werber gegen Umweltschützer
Peter Mühlbauer, Telepolis: RWE-"Kreativagentur" droht Atomkraftgegnern mit "geistigen Eigentumsrechten"
Atomspitzel bei Greenpeace
1. April 2009 - Leider kein Aprilscherz: Der staatliche französische Atomkonzern EdF hat anscheinend systematisch Greenpeace in Frankreich ausspioniert, um den Anti-Atom-Protest zu behindern. EdF ist der Mutterkonzern von EnBW (Yello, Naturstrom). Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen EdF.
Greenpeace: Französischer Energiekonzern spioniert
Rudolf Balmer, taz: Greenpeace im Visir der Atomlobby
März 2009
30 Jahre Harrisburg-Kernschmelze
Am 28. März 1979 geschah in dem amerikanischen Atomkraftwerk "Three Mile Island" in Harrisburg / Pennsylvania das, was die Atomindustrie für praktisch unmöglich erklärt hat. Durch mehrere Pannen und Fehlentscheidungen versagte die Kühlung des Reaktors, die radioaktiven Brennelemente begannen zu schmelzen, Radioaktivität trat aus und der Reaktor stand kurz vor einer Explosion wie in Tschernobyl.
Insa van den Berg, einestages: Das amerikanische Tschernobyl
Dietmar Ostermann, Frankfurter Rundschau: Noch immer knattert der Geigerzähler
Klaus Kastan, tagesschau.de: Die "harmlose Katastrophe" von Harrisburg (mit Videos)
Sven Stillich, taz: Die Beinahe-Katastrophe
Greenpeace: GAU jederzeit und überall wieder möglich
IPPNW: Wasserstoff-Explosion würde zur Katastrophe führen
Robin Wood: 30 Jahre nach dem GAU im AKW Three Mile Island
ContrAtom: Kerschmelze im AKW Three Mile Island
EcoTopTen-Rangliste
28. März 2009 - Eine Rangliste des Öko-Instituts bestimmt, welcher Umweltstrom grün ist. Die Anbieter müssen externe Gutachten vorweisen, denn nicht überall, wo öko draufsteht, ist öko drin. Bei einigen Urteilen liegen aber auch die Gutachter daneben. Florian Noto vom Umweltbündnis "Atomausstieg selber machen" sagt: "Eon will in Deutschland auf Kohle setzen und Atomkraft verlängern." Ein solcher Anbieter könne kaum glaubwürdig für eine Wende zu erneuerbarer Energie stehen. "Als Kunde geht man da besser zu einem Anbieter, der sich glaubwürdig mit allen Mitteln für die Energiewende einsetzt." Radiah Salloum, taz
LichtBlick hat 500.000 Kunden
26. März 2009 - David gegen Goliath - so lautete der Vergleich, dem sich das kleine, völlig unbekannte Hamburger Unternehmen LichtBlick stellen musste, als es vor knapp einem Jahrzehnt auf den Plan trat, um den Energieriesen ihre Marktanteile abzutrotzen. Heute begrüßte der Newcomer von einst in Leipzig seinen 500.000sten Kunden. Davon beziehen 460.000 Kunden Strom und 40.000 Gas. Pressemitteilung von LichtBlick
E.ON kämpft gegen Windräder
25. März 2009 - Die Energiekonzerne E.ON aus Deutschland und EdF aus Frankreich wollen in England keine neuen AKWs bauen, wenn dort erneuerbare Energien gefördert werden. Ein Eigentor - denn damit bestätigen sie die Argumente der Atomgegner.
Bernward Janzing, taz: Wind macht Atom unwirtschaftlich
Michael Bergius, Frankfurter Rundschau: Stromriesen contra Windkraft
Endlager: "Theoretisch sicher"
12. März 2009 - In allen Ländern, wo nach endgültigen Lagerplätzen für Atommüll gesucht wird, gibt es Probleme. Nach wie vor existiert auf der ganzen Welt kein genehmigtes Endlager für hochradioaktive, starke Wärme entwickelnde Abfälle. Entweder stimmt etwas mit der GeoÂlogie nicht oder die Bürgerinnen und Bürger leisten Widerstand. Heiko Balsmeyer, Jungle World
Die Geschichte der Anti-Atom-Bewegung
Häufig werden Atomkraftgegner in der BILD als Chaoten dargestellt. Um so erfreulicher ist dieser historische Rückblick: "Da ist immer noch Stolz in seiner Stimme. Stolz, gemeinsam etwas vollbracht zu haben im Kampf David gegen Goliath", von Martin Oversohl, BILD
Umweltministerium will Uransteuer einführen
11. März 2009 - Besteuert werden soll nicht der Strom, sondern die zur Erzeugung eingesetzten Kernbrennstoffe. Die Steuer belastet im Gegensatz zur Strom- und Mehrwertsteuer nicht die Verbraucher, sondern die Gewinne der Betreiber. Die Höhe soll so bemessen werden, dass sie ca. 1 Cent pro Kilowattstunde beträgt. Die Einnahmen würden anfangs etwa 1,6 Milliarden Euro pro Jahr betragen und mit der Abschaltung der Atomkraftwerke kontinuierlich sinken. Mit dem Geld soll die Sanierung des Atommülllagers Asse finanziert werden.
Pressemitteilung des Umweltministeriums
Wolfgang Pomrehn, Telepolis: Gabriel fordert Uran-Steuer
Greenpeace: Steuer auf Kernbrennstoff - der richtige Weg
Atomkraft? Nein Danke!
10. März 2009 - Katastrophale Unfälle, hochgiftiger Müll, keine Lösung für die Endlagerung – und billig ist sie auch nicht: Zu viele Argumente sprechen gegen die Nutzung der Atomkraft. Michael Odenwald, FOCUS
E.ON soll Strombörse manipuliert haben
6. März 2009 - Rechtsexperten fordern strafrechtliche Ermittlungen gegen E.ON. Der Konzern habe Kapazitäten zurückgehalten, um die Preise in die Höhe zu treiben. Allein im Jahr 2007 hätte E.ON 3,6 Milliarden Euro "rechtswidrig verdient". Gegen E.ON gebe es "Anfangsverdacht auf Börsenbetrug und Kursmanipulation". Harald Schumann, Die Zeit
Strompreistreiber nutzen fehlenden Wettbewerb
3. März 2009 - Wo Wettbewerb herrscht, sinken die Preise - zum Teil sogar deutlich. In Regionen mit wenigen Anbietern gibt es dagegen kräftige Steigerungen ... Allerdings sind bundesweit nur 13 Stromlieferanten komplett unabhängig von der etablierten Energiewirtschaft. Das heißt: Die meisten Firmen stehen direkt oder indirekt in Beziehung zur Großindustrie oder zu den alteingesessenen Stadtwerken. Zahlreiche vermeintlich kleine Anbieter sind beispielsweise Tochterunternehmen der vier großen Stromkonzerne: Yello Strom gehört zu EnBW, E wie einfach ist Teil des E.on-Konzerns, eprimo wird von RWE betrieben und Vattenfall easy ist eine Tochter des gleichnamigen schwedischen Staatskonzerns. Neuerdings gehört auch das Unternehmen Nuon, das vor allem in Berlin und Hamburg aktiv ist, zu Vattenfall. Anselm Waldermann, Spiegel Online
RWE-Aktionswoche
2.-8. März 2009 - Aktionswoche gegen die Pläne von RWE, das Atomkraftwerk Belene in Bulgarien zu bauen. Organisiert von urgewald, .ausgestrahlt und Campact.
Februar 2009
Greenpeace Energy nimmt Solaranlage in Betrieb
26. Februar 2009 - Eine der größten auf Gebäuden installierten Solaranlagen der Welt ist bei Stuttgart entstanden – das Fotovoltaik-Kraftwerk von Greenpeace Energy auf den Dächern der Landesmesse Stuttgart. Pressemitteilung von Greenpeace Energy
Vattenfall kauft Konkurrenten Nuon
Vattenfall hat angekündigt, für 8,5 Mrd. Euro den Konkurrenten Nuon ("lekker Strom") zu kaufen. Kommentare:
Financial Times Deutschland: Vattenfall/Nuon - Abschied eines Angreifers
Joachim Fahrun, Berliner Morgenpost: Der Wettbewerb auf Berlins Strommarkt leidet
Olaf Preuß, Hamburger Abendblatt: Verbraucherschützer befürchten schwächeren Wettbewerb
Januar 2009
AKW Krümmel soll im Mai ans Netz gehen
22. Januar 2009 - Das vor zwei Jahren abgeschaltete Atomkraftwerke Krümmel (Schleswig-Holstein) soll womöglich im Mai 2009 wieder ans Netz genommen werden. Krümmel und das nahe gelegene AKW Brunsbüttel wurden im Sommer 2007 wegen schwerer Pannen abgeschaltet. Hamburger Abendblatt
E.ON und RWE wollen neue Atomkraftwerke bauen
15. Januar 2009 - E.ON und RWE wollen gemeinsam in Großbritannien Atomkraftwerke mit eine Kapazität von 6.000 MW bauen. Dies entspricht etwa vier großen Reaktoren. Die beiden deutschen Konzerne haben ein Joint Venture gegründet, das in einem ersten Schritt Baugrundstücke erwerben soll.
Ein Konsortium, an dem E.ON beteiligt ist, hat am selben Tag in Finnland einen Antrag für den Bau eines weiteren Atomkraftwerks gestellt.
Florian Rötzer, Telepolis: E.ON und RWE wollen in Großbritannien neue AKW bauen
Financial Times: Deutsche Energieriesen wollen im Ausland neue Atommeiler bauen
FAZ: Konsortium um E.ON stellt Antrag für Kernkraftwerkbau in Finnland
2008: kein AtomAUFstieg
11. Januar 2009 - Erstmals seit 42 Jahren wurde im Jahr 2008 weltweit kein einziges neues AKW in Betrieb genommen. Der Anteil der Atomenergie an der weltweiten Energieversorgung ist auf unter 2,5 Prozent gesunken. Die Zahl der Reimund Kamm
taz-Serie über die Anti-Atom-Bewegung
Der jüngste Castor-Transport im November hat gezeigt: Die Antiatomkraftbewegung ist lebendig. Doch woher kommen die vielen tausend Menschen, die rund um Gorleben protestierten - und was machen sie, wenn gerade kein Atommülltransport durchs Land rollt? Im ganzen Land engagieren sich Initiativen gegen Atomkraft. Und zwar auf unterschiedliche Weise: Die einen versuchen, die Finanzierung von Atomkraftprojekten zu verhindern; andere vernetzen Atomkraftkritiker per Internet. Zum Beginn des Wahljahrs, in dem wichtige Atomkraftentscheidungen fallen, stellt die taz sechs Antiatomkraftinitiativen vor:
.ausgestrahlt – Newsletter aus der Anti-Atom-Bewegung
Atomopfer e.V. – Selbsthilfegruppe für Uranbergleute aus der DDR
urgewald – Keine AKW im Erdbebengebiet
Initiative Strahlendes Klima – Auf den Spuren des Urans
Arbeitskreis Umwelt Gronau (AKU) – Kampf gegen die Urananreicherung
Campact - Widerstand im Internet
Bürgerinitiative Hamm - Gegen Export von Atomtechnik
Topaktuelle Kurzinfos von "Atomausstieg selber machen" gibt es jetzt auch bei twitter.
Hier unsere letzten fünf Tweets:
atomausstieg: Dafür gibts ja http://www.atomausstieg-selber machen.de :-) RT @Verivox: Fehlende Ökostrom-Standards täuschen Kunden http://ow.ly/16KTgc
gefunden am 10.03.2010 um 12:06:01 auf twitter.com
atomausstieg: Nachträglich zum Frauentag möchte ich allen Atomkraftgegnerinnen diese Website empfehlen: http://www.frauengegenatom.de
gefunden am 09.03.2010 um 04:03:53 auf twitter.com
atomausstieg: Heute ist das nächste Berliner Vorbereitungstreffen für die Anti-Atom-#kette2010 Bekommen wir einen Sonderzug zusammen?
gefunden am 02.03.2010 um 04:27:06 auf twitter.com
atomausstieg: Um 18h bin ich bei einer Podiumsdiskussion über Atomkraft in der Türkei. Wird sicher spannend, http://www.tdz-berlin.de/
gefunden am 26.02.2010 um 03:22:42 auf twitter.com
atomausstieg: Laufzeitverlängerung? Nein Danke! Schrott-AKW Vermont Yankee in den USA muss 2012 stillgelegt werden :-) http://bit.ly/bOkwhj
gefunden am 25.02.2010 um 05:18:54 auf twitter.com








