Atomkraftwerke von RWE in Deutschland und Europa
RWE betreibt noch drei aktive AKW in Deutschland und ist an einem AKW in den Niederlanden beteiligt. Dort soll ein neues AKW gebaut werden. Der Konzern wollte in Rumänien und Bulgarien neue AKW bauen, ist damit aber gescheitert. In Großbritannien hat RWE gemeinsam mit E.ON Flächen gekauft und eine Betreibergesellschaft gegründet um neue AKW zu bauen.
Welche Atomkraftwerke betreibt RWE?
RWE betreibt noch drei Atomkraftwerke in Deutschland. Zudem gehört RWE ein Sechstel der Urananreicherungsanlage Gronau (Niedersachsen).
Name | Region | in Betrieb seit | Status |
|---|---|---|---|
Hessen | 1974 | 2011 abgeschaltet | |
Hessen | 1976 | 2011 abgeschaltet | |
Niedersachsen | 1988 | Restlaufzeit bis Ende 2022 | |
Bayern | 1984 | Restlaufzeit bis Ende 2017 | |
Bayern | 1984 | Restlaufzeit bis Ende 2021 | |
Niederlande | 1973 |
In den Niederlanden ist RWE am einzigen Atomkraftwerk Borssele beteiligt. Dort gibt es Pläne für einen zweiten oder sogar dritten Reaktor. Die Kampagne Strahlendes Zeeland will dies verhindern.
In Großbritannien will RWE gemeinsam mit E.ON neue Atomkraftwerke bauen und hat schon zwei Plätze gesichert: Wylfa in Wales und Oldbury in England.
Der Konzern ist in den letzten Jahren schon mit Plänen für neue AKW in Bulgarien (Belene) und Rumänien (Cernavoda) gescheitert.
AKW Biblis
Das Atomkraftwerk Biblis von RWE zählte zu den ältesten unsichersten AKW in ganz Europa. Darum hat die Ärzte-Organisation IPPNW jahrelang für die Stilllegung gestritten. 2011 wurde Biblis endgültig abgeschaltet.
» Alles über die IPPNW-Klage
» Film (42 Minuten): "Biblis angeklagt"
AKW Emsland
Das AKW Emsland (Lingen) wurde 1988 in Betrieb genommen und soll noch bis Ende 2022 laufen. Es wird von RWE betrieben, E.ON ist zu 12,5 Prozent beteiligt. Bislang gab es hier keine größeren Störfälle, aber im zunehmendem Alter steigt das Risiko bei jedem AKW.
AKW Gundremmingen B und C
Das AKW Gundremmingen hat zwei Blöcke, B und C, die beide seit 1984 in Betrieb sind und bis 2017 bzw. 2021 laufen sollen. Beides sind Siedewasserreaktoren, die als besonders unsicher gelten. Auch im AKW Fukushima liefen Siedewasserreaktoren. Gundremmingen liegt nur 40 Kilometer von den bayerischen Großstädten Ulm und Augsburg entfernt. Eigentümer sind zu 75 Prozent RWE und zu 25 Prozent E.ON.
Rund um Gundremmingen gibt es eine aktive Protestbewegung, die sich über Unterstützung freut:
» Aktionsbündnis Region Ulm/Neu-Ulm (über 20 Gruppen)
» FORUM gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik
» Flugblatt "Gundremmingen sofort abschalten" (PDF)
Urananreicherungsanlage Gronau
RWE gehört ein Sechstel der Unrenco AG. Urenco betreibt die Urananreicherungsanlagen in Gronau (Westfalen) und zwei weitere Anlagen in den Niederlanden und Großbritannien.
Niederlande und Großbritannien
Statt erneuerbare Energien in Deutschland auszubauen, will RWE Milliardenbeträge in neue Atomkraftwerke im Ausland investieren.
RWE hat 30 Prozent des AKW Borssele übernommen, dem einzigen in den Niederlanden. An dem Standort soll mit RWE-Beteiligung ein neues AKW gebaut werden. Dagegen richten sich die Kampagnen Strahlendes Zeeland (deutsch, niederländisch) und Borssele 2 Nee (niederländisch). Einwohner von Nordrhein-Westfalen können vom 2.12.2011 bis 12.1.2012 Einwendungen schreiben!
In Großbritannien hat RWE gemeinsam mit E.ON den Konzern Horizon Nuclear gegründet und will vier bis sechs neue AKW bauen. Sie haben sich schon zwei Standorte gesichert: Wylfa in Wales und Oldbury in Südwest-England. Dagegen wehren sich die People Against Wylfa B (englisch, walisisch).
Die Beteiligung von RWE an neuen AKW in Bulgarien (Belene) und Rumänien (Cernavoda) sind am Protest und aus wirtschaftlichen Gründen gescheitert.
Einwendungen gegen Borssele 2 (bis 12.1.)
» weitere Informationen und Mustereinwendung (deutsch)
» Bekanntmachung zweites Kernkraftwerk Borssele (deutsch)
» Planungsunterlagen (niederländisch, z.T. englisch)
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