Widerstand gegen RWE, für den europaweiten Atomausstieg
Borssele ist das letzte aktive Atomkraftwerk in den Niederlanden. Es liegt ganz im Westen in der Provinz Zeeland, nahe der belgischen Stadt Antwerpen. Seit Oktober 2011 gehören dem deutschen Atomkonzern RWE 30 Prozent der Anteile. Das AKW ist schon seit 1973 in Betrieb und wäre längst reif für die Abschaltung. Die Laufzeit wurde aber gerade verlängert.
Atomkraft ist nicht rentabel
Und der Konzern RWE will mit dem niederländischen Konzern DELTA gern ein neues AKW - Borssele 2 - bauen. Doch aufgrund der enormen finanziellen Investitionen liegt das Projekt seit Januar vorerst auf Eis!
Die Bewohner der Provinz Zeeland protestieren gegen ein neues AKW und fordern einen Atomausstieg in den Niederlanden. Um im Kampf gegen Konzerne und atomfreundliche Regierung erfolgreich zu sein, brauchen sie internationale Unterstützung.
Kann man den Neubau von AKW verhindern?
Ja! Es liegen nocht nicht alle Genehmigungen vor und mit den Bauarbeiten wurde noch längst nicht begonnen. Die einfachste und wirksamste Maßnahme, um Druck auf die Konzerne auszuüben, ist bei ihnen bzw. den zahlreichen Tochterunternehmen zu kündigen und zu einem unabhängigen Ökostromanbieter zu wechseln. Wenn Sie das getan haben, können Sie mit diesem Abschiedsbrief RWE über Ihre Entscheidung informieren (Vorlage im DOC-Format, 44 kb).
Links
» Strahlendes Zeeland (Deutsch, Niederländisch)
» Borssele 2 Nee (Niederländisch)
RWE, Essent und ERH
RWE hat 2009 für 7,3 Mrd. Euro den niederländischen Energieversorger Essent gekauft. Zuvor gehörte Essent niederländischen Provinzen und Gemeinden, war also vollständig in öffentlicher Hand.
Zum Essent-Konzern gehörte auch die Energy Ressource Holding (ERH). ERH besaß die Hälfte der Anteile am Atomkraftwerk Borssele 1 bzw. der Betreibergesellschaft PBZ. Zunächst durfte RWE die Anteile am Atomkraftwerk nicht übernehmen. Sie wurden bis September 2011 weiter von den Kommunen verwaltet, von der Gesellschaft Publiek Belang Elektriciteitsproductie (PBE).
RWE/Essent durfte am 30. September 2011 die ERH vollständig übernehmen und hat dafür noch einmal 429 Mio. Euro gezahlt. Der Anteil am AKW Borssele 1 wurde auf 30 % reduziert.
Borssele 2
In Borssele soll ein zweites Atomkraftwerk gebaut werden. Hierfür gibt es zwei Anträge, von dem niederländischen Unternehmen Delta und von ERH, also RWE. Wenn Delta den Zuschlag bekommt, würde das Unternehmen aber das Atomkraftwerk nicht alleine bauen, sondern ist auf ausländisches Know-How und Unterstützung bei der Finanzierung angewiesen.
Neben RWE hatte sich der französische Konzern EDF für eine Beteiligung interessiert, sich aber im Dezember 2011 dagegen entschieden. Über den Neubau von Borssele 2 wird also nicht nur in der Regierung in Den Haag entschieden, sondern vor allem in der RWE-Konzernzentrale in Essen!
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05.06. Tag der Umwelt
07.05. - 05.06. Einwände gegen das AKW Temelin 3+4 (Tschechien) möglich
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