Die Financial Times hat in dem Artikel “Schummelei bei Ökostrom” am 11. Juni gegen LichtBlick den Vorwurf erhoben, “Atom- und Kohlestrom an seine Kunden” zu liefern. Dieser Vorwurf bezieht sich auf 0,5 Prozent des Stroms, der bei hoher Nachfrage an der Leipziger Strombörse gekauft werde. Hierzu stellen die Trägerverbände von Atomausstieg selber machen fest:
Zum Nutzen von Ökostrom: “Unabhängiger Ökostrom ist der einzige Weg für Verbraucher sich dagegen zu wehren, dass ihr Stromgeld bei Atom- und Kohlekonzernen landet. Das Angebot von LichtBlick ist mindestens zu 99 Prozent besser als der Strom von Vattenfall, E.ON, RWE und EnBW. Stromkunden von EWS Schönau, Greenpeace Energy, Naturstrom und auch von LichtBlick tun viel dafür, dass Atomkraftwerke abgeschaltet und keine neuen Kohlekraftwerke errichtet werden.”
Zur Deckung der Bedarfsspitzen: “Den Trägerverbänden von Atomausstieg selber machen war bisher nicht bewusst, dass LichtBlick in Ausnahmefällen sogenannten “Grauen Strom” an der Strombörse einkauft. Zur Kompensation wird dafür nach Aussage von LichtBlick aber grüner Strom in mindestens gleicher Menge an der Börse verkauft. Als ersten Schritt muss LichtBlick nun die kritisierten Lieferverhältnisse transparent machen. Die anderen drei von Atomausstieg selber machen empfohlenen Ökostromanbieter handeln nicht an der Strombörse, sondern setzen nach eigenen Angaben auf “offene Lieferverträge”. Die Umweltverbände werden jetzt sehr genau prüfen, welche realistischen Möglichkeiten es gibt Bedarfsspitzen zu decken. Die Kunden haben ein Recht darauf, dass LichtBlick zukünftig vollständige Transparenz gewährleistet und alles in Erwägung zieht, um vermeidbare Reste von Atom- und Kohlestrom aus dem Angebot zu nehmen.”
Zusätzliche Stellungnahmen einzelner Trägerverbände
Greenpeace: Strom von der Strombörse - kein Muss
NABU: Was Ökostrom-Kunden wissen sollten
Robin Wood “empfiehlt weiterhin: Ökostrom-Wechsel JETZT!”
Mitteilungen der Ökostrom-Anbieter
LichtBlick nimmt zu den Vorwürfen Stellung: Diese betreffen “nicht den planbaren Stromeinkauf, der den prognostizierten Bedarf der Stromkunden vollständig deckt. Vielmehr geht es hier nur um die Mengen, die zur Kompensation von kurzfristig auftretenden Abweichungen zwischen prognostiziertem und tatsächlichem Verbrauch der Kunden erforderlich sind. […] Der planbare Stromeinkauf erfolgt bei LichtBlick vollständig in regenerativer Qualität. […] Da Strom nicht speicherbar ist, treten bei der Stromversorgung unvermeidbar Abweichungen zwischen dem prognostizierten und dem tatsächlichen Verbrauch der Kunden auf.”
Weitere Erläuterungen von LichtBlick zu den Marktmechanismen der Stromversorgung.
Greenpeace Energy kauft keinen Strom an der Strombörse. “Eventuelle Differenzen zwischen Prognose und der eingekauften Menge gleicht Greenpeace Energy nicht mit Börsenstrom, sondern mit Hilfe „offener Lieferverträge“ aus, bei denen die Liefermenge aus Ökokraftwerken täglich angepasst wird.”
Hintergrundinformationen von Greenpeace Energy zur aktuellen Diskussion über Ökostrom.
Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) liefern “ausschließlich Strom aus Wasserkraft und Kraftwärmekopplungs-Anlagen von Unternehmen, die nicht mit der Atom - und Kohlewirtschaft verflochten sind.” Etwaige Ungenauigkeiten bei der Prognose des Verbrauchs ihrer Stromkunden gleichen die EWS durch Kraftwärmekopplungs-Strom aus.
Naturstrom kauft keinen Strom an der Leipziger Strombörse. “Als Ökostromanbieter liefern wir 100% des jährlichen Strombedarfs unserer Kunden aus Erneuerbaren Energien, und zeigen dies auch in unserem Stromherkunftsnachweis. Naturstrom kauft für das jeweilige Jahr langfristig mehr Strom ein, als tatsächlich gebraucht wird, um etwaigen Engpässen vorzubeugen”





