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14.11.2008: Pressemitteilung von urgewald

Strahlendes RWE-Angebot

Ab morgen bietet RWE den so genannten ProKlima Strom 2011 an. Was wie Ökostrom klingt, ist tatsächlich zu 68 Prozent Atomstrom. “Ursprünglich wollte Konzernchef Großmann dieses Angebot ehrlich als Atomstromtarif anbieten. Dass es nun als ProKlima Strom daher kommt, geht sicher auf die konzerninternen Werbestrategen zurück, die Angst haben, dass sich ein Atomstrom-Angebot nicht gut verkaufen lässt, " erklärt Heffa Schücking, Geschäftsführerin der Umweltorganisation urgewald.

Urgewald warnt vor dem neuen Angebot und weist darauf hin, dass RWE mit Biblis A nicht nur den ältesten Atommeiler Deutschlands betreibt, sondern auch riskante neue Atomreaktoren in Osteuropa plant. "In Ländern wie Rumänien und Bulgarien, wo die Korruption hoch und die Sicherheitsbestimmungen lax sind, will RWE Atomkraftwerke in Erdbebengebieten errichten. Wer 'ProKlima Strom' kauft, unterstützt eine Konzernpolitik, die auf unverantwortliche Projekte zu Lasten der atomaren Sicherheit in Europa setzt," so Schücking.

Besonders pikant sei, dass sich einer der weltweit größten Klimakiller mit dieser Kampagne nun als Klimaschützer darstellen wolle. "Rund 15 Prozent der Treibhausgase aus der europäischen Stromerzeugung gehen allein auf das Konto von RWE," erläutert Regine Richter, Energieexpertin bei urgewald. Außerdem baue RWE in Neurath gerade zwei neue Braunkohleblöcke, die zukünftig jedes Jahr 30 Millionen Tonnen CO2 in die Luft pusten werden. Es sei offensichtlich, dass RWE die Warnungen des UN-Klimarats nicht ernst nehme, dass die nächsten zwanzig Jahre entscheidend sind, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden. Dass der gleiche Konzern nun mit Klimaschutzargumenten den Verbrauchern Atomstrom andrehen wolle, sei Augenwischerei warnt urgewald.

"Der Bau von Atomkraftwerken ist langsam und teuer und verhindert die nötige Energiewende. Wer tatsächlich etwas für das Klima tun will, sollte zu einem Ökostromanbieter wie Schönau, Naturstrom, Lichtblick oder Greenpeace Energy wechseln," sagt Richter. "Hier bekommt man erneuerbare Energie und hinterlässt keine Berge von Atommüll für die nachkommenden Generationen. Außerdem müssen Bezieher von ProKlima Strom damit rechnen, dass ihr Geld in Erdbeben-AKWs wie Belene investiert wird, die die Gesundheit und Sicherheit von Millionen von Europäern gefährden."

Hintergrund:

RWE will 1,5 Milliarden Euro in den Bau des Atomkraftwerks Belene in Bulgarien investieren. Der Konzern bewirbt sich außerdem um eine Beteiligung an dem umstrittenen Atomkraftwerk Cernavoda 3 & 4 im Süden Rumäniens. Beide Projekte wurden zu Sowjetzeiten geplant und nach der Wende verworfen. Sie liegen in einer Region, in der regelmäßig starke Erdbeben stattfinden und gelten deshalb als zwei der risikoreichsten Atomprojekte, die derzeit in Europa geplant sind.

Das Belene Projekt steht kurz vor einer Entscheidung bei RWE. 1983 warnten selbst sowjetische Wissenschaftler vor dem Bau dieses Atomkraftwerks und auch der ehemalige Chef der bulgarischen Atomaufsicht, Dr. Georgui Kastchiev, kritisiert das Projekt. Nun muss der RWE-Aufsichtsrat über eine Beteiligung des Konzerns entscheiden. Noch hat Konzernchef Großmann jedoch keine Mehrheit in diesem Gremium für das Projekt finden können.

www.urgewald.de

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