Häufige Fragen zu Atomkonzernen
Gehört mein Stromanbieter zu einem Atomkonzern?
Oft erfahren Sie auf der Internetseite eines Unternehmens etwas über die Anteilseigner. Viele Stadtwerke gehören heute nur noch zum Teil der jeweiligen Gemeinde und zu einem anderen Teil zu einem der großen Atomkonzerne (E.ON, RWE oder EnBW). Genaue Daten zur Beteiligung der Atomkonzerne an Stadtwerken und bundesweiten Stromversorgern finden Sie unter dem Punkt Atomkonzerne.
Die wichtigsten Tochterunternehmen, über die die vier Atomkonzerne an weiteren Stadtwerken und regionalen Stromanbietern beteiligt sind, heißen:
- RWE: enviaM (Ostdeutschland), EWR AG (Rheinhessen), KEVAG (Koblenz), Lechwerke LEW (Bayern), Süwag (Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz), energis (Saarland) + Beteiligungen an etwa 70 kommunalen und regionalen Energieversorgern
- EnBW: ZEAG (Heilbronn), Stadtwerke Düsseldorf ...
- E.ON: sieben E.ON Regionalgesellschaften + zahlreiche Beteiligungen an kommunalen und regionalen Energieversorgern
- Vattenfall: alle Beteiligungen wurden verkauft
Einige bekannte Vertriebsgesellschaften der Atomkonzerne sind:
- eprimo (RWE)
- Lekker Energie (RWE, anteilig)
- E wie einfach (E.ON)
- NaturEnergie (EnBW)
- Yello (EnBW)
Kauft mein Stromanbieter Strom von einem Atomkonzern?
Achten Sie auf die rechtlich vorgeschriebene Stromkennzeichnung des Unternehmens. Als Ökostrom-Kunde möchten Sie, dass Ihr Geld auch nicht über Umwege an die Atomindustrie fließt. Deswegen sollten Sie darauf achten, dass Ihr Stromversorger keine Geschäfte mit den Atomkonzernen macht. Wenn Ihr Anbieter nicht nur Ökostrom, sondern auch "normalen" Strom mit Atomanteil verkauft (z.B. für Gewerbekunden), sollten Sie zu einem unabhängigen Ökostromversorger wechseln! In diesem Fall zahlen die Ökostromkunden mehr, die restlichen Kunden weniger. Insgesamt bleibt das Angebot aber meistens unverändert, denn die Kunden denen es egal ist, erhalten einfach mehr Atom- und Kohlestrom.
Auch wenn Ihr Anbieter keinen Tarif mit Atomstrom-Anteil hat, kann es sein, dass er Kohle-, Gas- oder Ökostrom bei einem Atomkonzern kauft. Dies ist meistens dann der Fall, wenn der Strom nicht selber produziert oder im Ausland gekauft wird. Denn etwa vier Fünftel der Stromproduktion in Deutschland liegt in den Händen der vier Atomkonzerne!
Wie viele Atomkraftwerke gibt es in Deutschland?
In Deutschland gab es im Jahr 2000, als der "Atomkonsens" zwischen Bundesregierung und den Betreibern geschlossen wurde, 19 Atomkraftwerke (AKW). Bis 2008 wurden nur die beiden kleinsten stillgelegt (Stade und Obrigheim), 17 sind noch in Betrieb.
Welche AKW gehören EnBW?
- Neckarwestheim 1 + 2, Baden-Württemberg (100%)
- Obrigheim, Baden-Württemberg (100%), stillgelegt 2005
- Philippsburg 1 + 2, Baden-Württemberg (100%)
Welche AKW gehören E.ON?
- Brokdorf, Schleswig-Holstein (80%)
- Brunsbüttel, Schleswig-Holstein (33%)
- Emsland, Niedersachsen (12,5%)
- Grohnde, Niedersachsen (83,3%)
- Gundremmingen B + C, Bayern (25%)
- Isar 1+2, Bayern (100%, 75%)
- Krümmel, Schleswig-Holstein (50%)
- Grafenrheinfeld, Bayern (100%)
- Stade, Niedersachsen (66,7%), stillgelegt 2003
- Unterweser (Esenshamm), Niedersachsen (100%)
Welche AKW gehören RWE?
- Biblis A + B, Hessen (100%)
- Emsland, Niedersachsen (87,5%)
- Gundremmingen B + C, Bayern (75%)
Welche AKW gehören Vattenfall?
- Brokdorf, Schleswig-Holstein (20 %)
- Brunsbüttel, Schleswig-Holstein (67%)
- Krümmel, Schleswig-Holstein (50%)
- Stade, Niedersachsen (33,3%), stillgelegt 2003



