A- | A | A+

Was ist Ökostrom?

Strom aus erneuerbaren Energien, unter anderem Windkraft, Wasserkraft, Solarenergie, Geothermie (Erdwärme) sowie nachhaltig gewonnene Biomasse. Mehr dazu finden Sie auch in unserer Rubrik "Was unterscheidet guten Ökostrom von Discount-Angeboten?"

Nach oben

Ökostrom wird gesetzlich gefördert, da brauche ich nicht auch noch zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Oder?

Jeder Anbieter ist über die gesetzlichen Regelungen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) verpflichtet, zu einem gleichen Anteil EEG-Strom mit in sein Portfolio aufzunehmen. Der EEG-Anteil liegt bei rund 16 Prozent. Reine Ökostromanbieter füllen aber die verbleibenden 84 Prozent auch mit umweltfreundlich erzeugtem Strom auf, wodurch immer mehr konventionelle Kraftwerke überflüssig werden. Deshalb ist der Wechsel zu einem Ökostromanbieter immer sinnvoll.

Nach oben

Ist Ökostrom teurer?

Ökostrom gilt als teuer – doch das Gegenteil stimmt! Wind-, Wasser- und Sonnenenergie sichern langfristig stabile Preise. Die erneuerbaren Energie kommen ohne Brennstoff aus und vermeiden hohe Kosten für die Schäden und Risiken der Atomkraft und von Kohleverbrennung.

In manchen Regionen kann man mit dem Wechsel zu Ökostrom sogar direkt sparen. Denn die Ökostromversorger haben in den letzten Jahren ihre Preise nur selten erhöht. Die Tarife für Ökostrom sind oft sogar günstiger, als die des lokalen Grundversorgers. Auch der bewusste Umgang mit Energie führt bei vielen Ökostromkunden dazu, dass sie ihren Stromverbrauch und Stromkosten senken können.

Nach oben

Was bedeutet RECS?

"RECS" steht für Renewable Energy Certificate System. Es bezeichnet ein europaweites Handelssystem für Ökostromzertifikate. In Deutschland wurde die Organisation u.a. von E.on, RWE und Vattenfall mitgegründet. Als Ziel wird angegeben, den europaweiten Ökostrom-Handel zu ermöglichen und so regenerative Energien zu fördern. Positiv an RECS ist, dass dadurch die Doppelvermarktung von Ökostrom verhindert werden kann. Negativ ist, dass es zum "Umdeklarieren" von Atom- und Kohlestrom in Ökostrom missbraucht werden kann und in vielen Fällen auch schon wurde (Kassel, REWE-Group). Allein durch das Zertifikat kann der Verbraucher nicht zwischen "echtem" und "falschem" Ökostrom unterscheiden.

Nach oben

Ist durch RECS-Zertifikate gekennzeichneter Strom immer richtiger Ökostrom?

Nein. Ökostromerzeuger bekommen RECS-Zertifikate pro Kilowattstunde produzierten Stroms. Diese Zertifikate können sie frei handeln. Das RECS zertifiziert lediglich, dass eine bestimmte Menge Ökostrom tatsächlich produziert und ins Netz eingespeist wurde. Wer ein Zertifikat kauft, hat damit das Recht, die entsprechende Menge eigenen Stroms als Ökostrom zu verkaufen - auch wenn er selbst nur Kohle- und Atomstrom produziert. Solchen Strom beziehen z.B. die Stadt Kassel und die REWE-Group. Beide geben an, auf "Ökostrom" umgestellt zu haben. In Wirklichkeit wird dort weiterhin Kohle- und Atomstrom bezogen. Dieser wird lediglich durch das Hinzukaufen der Zertifikate "grün gefärbt". Wenn dies geschieht, besteht kein Nutzen für die Umwelt. Da die Zertifikate sehr günstig angeboten werden, besteht für die Atom- und Kohlelobby auch kein Anreiz, in den Ausbau der erneuerbaren Energie zu investieren. Mehr zum Thema finden Sie auch in unserer Rubrik "Zertifizierung von Ökostrom".

Nach oben

Benutzen die von uns empfohlenen Ökostromanbieter RECS-Zertifikate?

Nein. Früher haben zwei der Ökostromanbieter zeitweilig RECS-Zertifikate verwendet, um die Durchleitung von Strom zu vereinfachen und weniger Gebühren an die Netzbetreiber bezahlen zu müssen. Sie haben aber immer auch den zu den Zertifikaten gehörenden Ökostrom gekauft und keinen Atom- oder Kohlestrom umdeklariert. Durch den starken Missbrauch der RECS-Zertifikate zum "Grünfärben" von Atomstrom verwendet heute keiner der von uns empfohlenen Ökostrom-Anbieter mehr RECS-Zertifikate.

Nach oben

Wenn plötzlich alle Stromkunden in Deutschland zu Ökostrom wechseln, gibt es dann genug Strom aus erneuerbaren Energien?

Auf einen Schlag nicht. Aber je mehr Menschen zu Ökostrom wechseln und je mehr Bürgerinnen und Bürger selbst in Anlagen investieren, desto schneller schreitet der Ausbau der Erneuerbaren Energien voran und desto größer ist der Druck gegen die Atomindustrie.

Derzeit ist etwa ein Fünftel des in Deutschland produzierten Stroms Ökostrom. Aber nur jeder zehnte Haushalt bekommt Ökostrom. Die Mutigen gehen voran, die Blockierer glauben immer noch, dass Atomkraft eine Zukunft hätte!

Nach oben

Kann ich sicher sein, dass ich auch Ökostrom erhalte, wenn ich Ökostrom bestelle? Kommt dann wirklich grüner Strom aus meiner Steckdose?

Nein, der Strom, der aus Ihrer Steckdose kommt, bleibt der gleiche. Man kann sich das Stromnetz als einen großen See vorstellen. Dieser See muss immer den gleichen Wasserstand haben. Als Stromkunde zapfen Sie an der einen Stelle Ihren Strom aus dem See, und dafür muss Ihr Stromversorger an einer anderen Stelle die gleiche Menge Strom einspeisen. Wenn Sie zu einem Ökostromanbieter wechseln, bekommen Sie damit keinen „sauberen“ oder grünen Strom aus Ihrer Steckdose, aber Sie tragen dazu bei, dass der See insgesamt sauberer wird, weil der Ökostromversorger am anderen „Ufer“ des Sees nur saubern Strom einspeist. Die Zertifizierung stellt sicher, dass die Ökostromversorger genau so viel sauberen Strom in den See einspeisen, wie Sie auch verbrauchen. Mit jedem Kunden, der zu einem Ökostromversorger wechselt, steigt die Nachfrage nach sauberer Erzeugung.

Nach oben

Wer garantiert mir, dass die empfohlenen Ökostromanbieter auch wirklich nur Ökostrom anbieten?

Jeder Ökostromanbieter lässt seinen Strom (zum Teil sogar mehrfach) zertifizieren, so dass sichergestellt wird, dass die Anbieter nur Ökostrom verkaufen. Die Ergebnisse der Prüfungen unabhängiger Institute werden veröffentlicht und können von jedem Kunden eingesehen werden.

Nach oben

Wie gelangt der Strom in die Steckdose?

Der Strom kommt über das bestehende Stromnetz. Er wird vom Kraftwerk über Leitungen und Kabel in Ihre Wohnung geleitet. Das bezeichnet man als Durchleitung, Netznutzung oder Netzzugang. Die Netzbetreiber sind verpflichtet, allen Stromhändlern ihre Leitungen und Anlagen diskriminierungsfrei zur Verfügung zu stellen und berechnen diesen dafür eine Gebühr, die so genannte Netznutzungsgebühr.

Nach oben

Was bedeutet Kraft-Wärme-Kopplung?

Anlagen, die das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nutzen, produzieren gleichzeitig Strom und Wärme. Die bei der Stromproduktion anfallende Wärme wird in Kraft-Wärme-gekoppelten Kraftwerken in Nah- oder Fernwärmenetzen zum Heizen, zur Warmwasserbereitung oder für industrielle Zwecke (Prozesswärme) genutzt. Durch die bessere Brennstoffausnutzung werden durch KWK große Mengen an Brennstoff gespart und viel weniger klimaschädliches CO2 ausgestoßen. Kleine KWK-Anlagen werden mit Erdgas oder Biomasse betrieben und haben einen sehr hohen Wirkungsgrad. Um die Technik zu fördern und Stromschwankungen auszugleichen, beziehen einige Ökostromanbieter einen Anteil Strom aus KWK-Anlagen.

Nach oben

Was bedeutet die Liberalisierung des Strommarktes für den Kunden?

Seit der Öffnung des Strommarkts 1998 hat jeder Stromkunde das Recht, seinen Stromanbieter selbst zu wählen. Das Monopol der großen Stromkonzerne ist aufgehoben. Das heißt, Sie können jederzeit zu alternativen Stromanbietern wechseln und sind nicht länger an Ihren bisherigen Stromversorger gebunden.

Nach oben

Was ist der Unterschied zwischen Netzbetreiber und Stromversorger?

Der Netzbetreiber ist gesetzlich für den ordnungsgemäßen Betrieb des Stromnetzes zuständig. In der Regel ist der Netzbetreiber das örtliche Stromversorgungsunternehmen. Während der Netzbetreiber jedoch immer gleich bleibt (natürliches Monopol), können Sie seit Öffnung des Strommarkts 1998 den Stromversorger frei wählen. Die unabhängigen Stromversorger nutzen die Stromnetze der Netzbetreiber zur Durchleitung ihres Stroms.

Nach oben

Verpflichtet der Einbau des Stromzählers in einen Neubau den Hausbesitzer oder auch die Erstbewohner dazu, Strom von dem lokalen Energieversorgungsunternehmen zu beziehen, das den Zähler installiert hat?

Nein, eine solche Verpflichtung besteht nicht. Auch wenn der Zählereinbau von dem zuständigen Netzbetreiber vorgenommen wird, sind Sie damit nicht automatisch verpflichtet, auch Stromkunde dieses Versorgungsunternehmen zu werden.

Nach oben

Bezahlen Ökostromanbieter Öko- bzw. Stromsteuer?

Die Kunden von Ökostromanbietern zahlen wie alle anderen Kunden auch Öko- bzw. Stromsteuer. Die Stromsteuer ist unabhängig von der Erzeugungsart des gelieferten Stroms im Strompreis enthalten. Sie beträgt 2,05 Cent pro Kilowattstunde.

Nach oben

Was sind Netto- und Bruttopreise?

Bruttopreise enthalten 19 Prozent Mehrwertsteuer. Alle für Privatkunden angegebenen Strompreise sind Bruttopreise.

Nach oben

Aus welchen Komponenten besteht der Strompreis?

Die Stromkunden zahlen eine feste monatliche Grundgebühr und einen Verbrauchspreis pro Kilowattstunde (kWh).

Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Es entfallen ungefähr ein Drittel des Strompreises auf Abgaben und Steuern, die an die Städte und Kommunen und den Staat abgeführt werden müssen (Konzessionsabgabe, Strom- und Mehrwertsteuer). Ein weiteres Drittel erhalten die Netzbetreiber für die Nutzung der Stromnetze. Das letzte Drittel des Strompreises entfällt auf die Stromerzeugung und alle anderen Leistungen wie den Abrechnungs- und Kundenservice, Personal etc.

Nach oben

Was ist ein sogenanntes Muster-, Standard- oder Normlastprofil?

Ein Musterlastprofil ist die Darstellung des Stromverbrauchsverhaltens eines Kunden oder einer Kundengruppe während jeder Viertelstunde des Jahres. Mit Hilfe dieser Kurve wird die zeitgleiche und vollständige Versorgung von z. B. Haushalten durch einen neuen Stromversorger sichergestellt. Abweichungen von diesem angenommenen Verbrauchsverhalten gleichen sich schon ab einer verhältnismäßig geringen Kundenzahl aus. Die Rechnungsstellung an den Kunden erfolgt natürlich nach dem tatsächlich gemessenen Verbrauch, wie bisher auch. 

Nach oben

Ökostrom-Hotline: 0800 - 7 62 68 52
Atomausstieg selber machen weiter empfehlen!