Ökostrom vom Discounter - bringt das was?
Der zweifelhafte Nutzen grün gefärbten Billigstroms
Foto: CC-BY-NC-SA seagers, flickr
Die Angebote der Ökostromanbieter sind heute nur noch selten teurer als Basistarife regionaler Versorger. Oft kann man mit dem Wechsel sogar sparen. Dennoch werden wir oft gefragt: Geht es nicht billiger? In Preisvergleichs-Rechnern bieten sogenannte Stromdiscounter auch "Ökostrom" zum Niedrigpreis an. Wo ist der Unterschied zum echten Ökostrom?
Flexstrom-Pleite als abschreckendes Beispiel
Der Stromdiscounter Flexstrom hat am 12.04.2013 Insolvenz angemeldet. Auch seine "Öko"-Töchter Optimal Grün und Löwenzahn Energie sind betroffen. Damit folgt die nächste Pleite auf den Billiganbieter TelDaFax, der im Sommer 2011 dichtmachen musste.
Damals hatten hunderttausende Kundinnen und Kunden Strom für ein Jahr im Voraus bezahlt und dieses Geld verloren. Das Geschäftsmodell von TelDaFax war hochriskant. Sie haben mit Dumpingpreisen und hohen Werbeprämien Kunden gelockt und auf den Zeitpunkt gewartet, bis sie "genug" Kunden hätten, um dann die Preise zu erhöhen - sind aber vorher Pleite gegangen. Ähnlich ist es bei Flexstrom, die auch mit Bonuszahlungen warben, diese aber erst nach zwei Jahren Mindestvertragslaufzeit auszahlten. Die Abschlagszahlungen mussten die Kunden per Vorkasse leisten.
Minimalen Aufwand betreiben Stromdiscounter beim Stromeinkauf. Sie kaufen meist billigen Atom- und Kohlestrom an der Börse, der mit sogenannten RECS-Zertifikaten "grün gefärbt" wird und so als Ökostrom verkauft werden darf. Der Umwelt ist damit nicht geholfen.
Echte Ökostromanbieter arbeiten dagegen nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich nachhaltig. Sie werben nicht mit Dumpingpreisen oder hohen Einmalprämien. Den Strom kaufen sie direkt bei Ökokraftwerken. Darüber hinaus setzen sie sich für die Energiewende ein und investieren in erneuerbare Energien.
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Vergleich zwischen Stromdiscountern und echtem Ökostrom
Stromdiscounter | Ökostromanbieter | |
|---|---|---|
Anbieter* | z.B. 123energie, Eprimo, E wie einfach, Yello, Lekker Energie, Flexstrom, Hitstrom, Priostrom, Grünwelt, Optimal Grün, immergrün, Löwenzahn | EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick, Naturstrom |
Vertragslaufzeit | bis zu 2 Jahre mit automatischer Verlängerung | keine Mindestvertragslaufzeit |
Kündigungsfrist | bis zu drei Monate | 4 Wochen zum Monatsende |
Kundenzufriedenheit (Stiftung Warentest) | 63-88 % | 96-98 % |
Zahlungsweise | in einigen Tarifen Vorauszahlung bis zu einem Jahr | monatlich |
Wirtschaftsweise | auf schnelles Wachstum und Gewinne ausgelegt | nachhaltiges Wirtschaften seit über 13 Jahren |
Stromeinkauf | an der Strombörse oder bei Großkonzernen | direkt bei Betreibern von Öko-Kraftwerken im In- und Ausland |
Ökostrom | meistens konventioneller Strom mit RECS- oder EECS-Zertifikaten "grün gefärbt" | 100% echter Ökostrom direkt von Öko-Kraftwerksbetreibern, die nicht zu Atomkonzernen gehören |
Atomstromanteil | bis zu 47 % | garantiert atomstromfrei |
Eigentümer | z.B. Atomkonzerne oder Kapitalbeteiligungsgesellschaften mit rein wirtschaftlichem Interesse | z.B. Genossenschaftsmitglieder mit ökologischem Interesse |
Investitionen in Erneuerbare Energien | meistens keine | in Ökostromanlagen oder Blockheizkraftwerke |
*Hinweis: Nicht jedes Merkmal gilt bei jedem der genannten Anbieter.
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