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4. Woran erkenne ich gute Ökostromanbieter?

Die Anzahl der Ökostromtarife und -anbieter ist in den letzten Jahren stark angestiegen, so dass der Verbraucher kaum noch einen Überblick behalten kann. Orientierung versprechen Ökostrom-Zertifikate, die jedoch auch äußerst genau auf ihre Kriterien untersucht werden sollten.

Die entscheidende Frage ist daher:
Setzt sich der Stromanbieter überzeugend und wirkungsvoll für die Energiewende ein?
Oder will er mit dem Öko-Tarif nur an einem Trend teilhaben und umweltbewusste Kunden binden, ohne etwas an seinem Kraftwerkspark zu ändern?

Keine Verbindung zur Atomindustrie

Für uns ist klar: ein Ökostromanbieter darf keine eigentumsrechtliche Verbindung zu den Atomkonzernen haben. Die Konzerne investieren immer noch den größten Teil ihres Geldes in Atom- und Kohlekraftwerke. Für diese schmutzigen Energien betreiben sie immense politische Lobbyarbeit, die natürlich auch vom Geld der Stromkunden bezahlt wird!

Damit kein Geld der Ökostromkunden bei den Konzernen landet, sollte auch der Strom von unabhängigen Kraftwerksbetreibern gekauft werden. So wie sich VerbraucherInnen für einen sauberen Ökostromhändler entscheiden können, kann der Händler einen sauberen Kraftwerksbetreiber auswählen.

Kontrolle ist gut, Vertrauen können ist besser

Um das Ökostrom-Angebot beglaubigen zu lassen, gibt es eine Reihe von Zertifikaten. Unabhängige Gutachter überprüfen, ob bestimmte Kriterien eingehalten werden. Bei jedem Zertifikat ist es wichtig, sich die Kriterien anzusehen. Manche sind leider nicht besonders anspruchsvoll.

Unter den vielen Kraftwerken, die die großen Konzerne betreiben, sind auch einige Öko-Kraftwerke. Hilft es der Umwelt, wenn sie diesen Strom teurer an einzelne Kunden verkaufen und weiter auf Atom und Kohle setzen? Wohl kaum! Wichtiger als manche Siegel und Zertifikate ist es daher, einem Anbieter vertrauen zu können. Wer selbst wirklich von der Energiewende überzeugt ist, wird niemals in Atom- und Kohlestrom investieren.

Nun sind Sie gut über Stromherkunft, Geldverwendung und Glaubwürdigkeit der Ökostromanbieter informiert.

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Label und Zertifikate

Es gibt eine ganze Reihe von Ökostrom-Zertifikaten mit unterschiedlichen Kriterien. Die Zertifizierung kostet natürlich Geld. Einige Ökostromanbieter verzichten auf Zertifikate, weil ihre Glaubwürdigkeit groß genug ist oder die Ansprüche an sich selbst noch höher sind als die der Zertifizierungsstellen. Die Zertifikate werden auch an Atomkonzerne oder deren Tochterunternehmen vergeben.

Die wichtigsten Ökostrom-Zertifikate und ihre Hauptkriterien sind:

  • Grüner Strom Label: garantierte Investitionen in Ökostrom-Anlagen
  • ok-power: Strom aus Neuanlagen (Händlermodell) und zwei weitere Modelle
  • TÜV Nord, TÜV Rheinland u.a.: Basisrichtline Ökostromprodukte mit Mindeskriterien für Ökostrom (VdTÜV-Merkblatt 1304 02.2005)
  • TÜV Süd: zwei Ökostrom-Zertifikate (EE01 und EE02) mit unterschiedlichen Kriterien

Die TÜVs kontrollieren außerdem selbst auferlegte Kriterien. Daher ist es vor allem bei den TÜV-Zertifikaten wichtig, sich diese genau anzusehen.

Alle Ökostromversorger, die wir empfehlen, lassen ihre eigenen Stromkriterien vom TÜV Nord überprüfen. Naturstrom nutzt zudem das Grüne Strom Label, Lichtblick das ok-power-Label.

Vorsicht bei RECS

RECS und EECS sind keine Qualitätslabel, sondern Herkunftsnachweise für Ökostrom. Die Verwendung ist oft ein Hinweis auf Greenwashing ("Schummelstrom"). Denn mit den Nachweisen kann das Qualitätskriterium "Ökostrom" auf Strom aus konventionellen Kraftwerken (Atom, Kohle) übertragen werden. Besonders Stromdiscounter setzen auf solche Zertifikate und verkaufen konventionellen Strom von der Strombörse als Ökostrom.

Kriterien der Ökostromlabel - Energiezusammensetzung

 

Kriterien für die Energiezusammensetzung

Grüner Strom Label

GSL Gold: 100% Erneuerbare Energie

GSL Silber: min. 50% Erneuerbare Energien, max. 50 % Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit fossilen Brennstoffen, z.B. Erdgas

Ein Nachweis fiktiver Stromlieferungen durch Zertifikate wird nicht anerkannt.

ok power

min. 50 % Erneuerbare Energien
max. 50% KWK mit fossilen Brennstoffen, z.B. Erdgas

Im Zertifizierungsjahr 2012 werden letztmalig EECS-Herkunftsnachweise ohne eine physische Belieferung anerkannt.

TÜV Basisrichtlinie Ökostromprodukte

min. 50 % Erneuerbare Energien
max. 50% KWK mit fossilen Brennstoffen, z.B. Erdgas

Für den Nachweis der Stromlieferung werden auch Zertifikate anerkannt (z.B. RECS und EECS).

TÜV Süd EE01 und EE02

100% Erneuerbare Energien

Für den Nachweis der Stromlieferung werden auch RECS- und EECS-Zertifikate anerkannt.

Bei thermischen Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird die Abwärme bei der Stromproduktion zusätzlich genutzt, z.B. für Heizungen und Warmwasserversorgung mit Fernwärme. Fossile Brennstoffe sind Erdgas, Öl und Kohle.

*Alle Ökostromversorger, die wir empfehlen, lassen ihre eigenen Stromkriterien vom TÜV Nord überprüfen.

Kriterien der Ökostromlabel - Förderung neuer Anlagen

 

Kriterien zur Förderung neuer Ökostrom-Anlagen

Grüner Strom Label

Endverbraucher-Strompreis enthält min. 1 Cent/kWh zur Förderung von neuen Ökostrom-Anlagen

ok power

Generell: zusätzliche Bestandsanlagen sind Anlagen, die nicht mit öffentlichen Mitteln gefördert wurden

Händlermodell:

33 % des Stromes müssen aus Neuanlagen (max. 6 Jahre alt), weitere 33 % aus neueren Bestandsanlagen stammen (max. 12 Jahre alt)

Fondsmodell:

finanzielle Förderung von Neuanlagen für REG-Strom

Initiierungsmodell:

Überdurchschnittlich hohe Eigeninitiative bei Initiierung (Projektierung und Finanzierung) eigener REG Anlagen in Deutschland

TÜV Basisrichtlinie Ökostromprodukte

Aufschläge auf Strom werden zur Förderung (k.A. zur Höhe) und Neubau von REG Anlagen verwendet

TÜV EE01

30 % des Stroms aus Neuanlagen, die bei der Erstzertifizierung nicht älter als 3 Jahre und nie älter als 10 Jahre sind

oder: Förderung des Ausbau der Erneuerbaren Energien mit mindestens 0,3 Cent je kWh abgesetzten Ökostrom

TÜV EE02

Bereitstellung des Stroms zeitgleich zum Verbrauch
Preisaufschläge fließen zu min. 2/3 in neue Ökostrom-Anlagen

* Alle Ökostromversorger, die wir empfehlen, lassen ihre eigenen Stromkriterien vom TÜV Nord überprüfen.

CreativeCommons Lizenz für diese Seite: Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen (CC BY-SA)
Text: Florian Noto/Atomausstieg selber machen, Foto: CoCreatr/flickr

Ökostrom-Hotline: 0800 - 7 62 68 52
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Empfehlenswerte Ökostromanbieter:

 

 

 

Ökostromkriterien

Die Kriterien der Ökostromanbieter für sauberen Strom (externe Links).

Elektrizitätswerke Schönau: Strom aus sauberen Quellen

Greenpeace Energy: Geprüft und für gut befunden

Lichtblick: Garantiert geprüfte Qualität

Naturstrom: Zertifikate und Auszeichnungen bei Naturstrom